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Der Cityroller in Philadelphia

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Philadelphia, umgangssprachlich liebevoll Philly oder City of Brotherly Love genannt, ist nach New York die zweitgrößte Stadt an der Ostküste. In dieser Ausgabe des Cityrollers erklärt Josef Unterhofer, warum man hier den „König der Snacks“ findet, der Philadelphia-Slang etwas irritierend sein kann und wie man sich für einen Moment wie Rocky Balboa fühlen kann.






Meine Stadt ist: Philadelphia - die Stadt der brüderlichen Liebe.


Mein Lieblingsrestaurant: Little Nonna’s, 1234 Locust St: ein kleines aber feines italienisches Restaurant.


Hier trinke ich am liebsten einen Aperitif:
am Morgans Pier unter der Benjamin Franklin Bridge. Es ist ein absolutes Highlight mit einem kühlen Bier die untergehende Sonne zwischen den imposanten Brückenpfeilern zu beobachten.


Hier gibt’s den besten Kaffee:
Brunch bei Honey's Sit 'n Eat, 800 N4th Street: Hier schmeckt einfach alles! Von leckeren Pancakes bis zu deftigen Omelette-Kreationen. So könnte jeder Tag beginnen!




.... und die besten Snacks für zwischendurch: Da gibt´s nur eine Antwort, denn der König der Snacks kommt nämlich von hier: das bekannte, Philadelphia Cheesesteak auch „Cheese Whiz" genannt. Wenn man die Einheimischen danach fragt, gibt es nur zwei richtige Antworten. Ich verrat Euch eine und zugleich meine: Geht zu Jim`s Steaks in der South Street. Hin und wieder schaut auch mal ein Star vorbei. Guita Marende :-)


Hier kann man gut feiern: im Johnny Brenda’s, 1201 Frankfurt Ave. Die Cocktail zünden und bei Livemusik und ausgezeichneten Burgern kann man lange abfeiern. Man wird überrascht sein, wie viele Leute und Musiker hier Platz finden.


Mein perfekter Abend: Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden wird der unterhaltsame Abend durch das „Sacklock-Spiel“ (Cornhole) auf der Piazza at Schmidt´s und einer Verkostung von lokalen Bieren wie Yard, Dock Fish und Victory, abgerundet.
Der Ort, wo ich mich am besten entspannen kann: beim Laufen am frühen Morgen durch den Faimountpark, entlang des Schuylkill- Flusses mit abschließendem Treppenlauf hoch zum Museum of Art- so wie einst Rocky Balboa. Oben angekommen, nehme ich mir bewusst Zeit, die Skyline der Stadt zu betrachten. Für zwei Freunde war dieser Blick ein ganz besonderer: Alles Gute, Simon aus Lana und Sammy, für Eure gemeinsame Zukunft.




Die totale Touristenfalle:
 Hmmm… da fällt mir im Moment nicht wirklich was dazu ein. Der Besuch der „Liberty Bell“ ist zwar kostenlos, allerdings ist sie viel kleiner als ich sie mir vorgestellt hatte: Das lange Warten lohnt sich daher nicht wirklich.

Mein liebstes Fortbewegungsmittel in meiner Stadt: Ich fahre gerne Taxi. Dazu ist zu sagen, dass es wesentlich günstiger als in New York oder Washington. Außerdem bieten viele Taxis eine bequeme Rückbank und einen großen Fußraum - typisch für amerikanische Autos. Besonders im bitterkalten Winter ist so eine Taxifahrt nach Hause Gold wert.


Die schönste Zeit im Jahr:
Frühling und Herbst.




Über diese sprachlichen Eigenheiten muss man Bescheid wissen:
Nicht erschrecken, wenn´s mal etwas laut wird. Das Sprachorgan von vielen Afroamerikanern ist „auf mehr Volumen eingestellt“ als ich es gewohnt war. Auch der Philadelphia-Slang wird nicht nur von Jüngeren gesprochen - das kann manchmal etwas irritieren.



Übernachtungstipps:
Es gibt jede Menge Hotels in der Stadt, aber aus den obersten Stockwerken des „Holiday Inn Penns Landing“ hat man einen hervorragenden Ausblick auf die Benjamin Franklin Bridge. Die „SS United States“ und das außer Dienst gestellte „Battleship New Jersey“ am anderen Ufer des Delaware Rivers sind auch gute Ausgangspunkte um die Stadt zu Fuß zu erkunden.


Auf waschechte „Phillis“ trifft man im Baseballstadium oder auf einem der vielen Stadtviertel-Festivals am Wochenende. Praktisch ist, dass man sie leicht am gleichnamigen T-Shirt erkennen kann.  Außerdem sind die Einwohner sehr stolz auf ihr Sportteam und zeigen es offen.




Das perfekte 24-Stunden-Programm in meiner Stadt: Für die Frühaufsteher unter uns beginnt der Tag mit einem morgendlichen Lauf im Fairmountpark. Kurz vor Sonnenaufgang geht es dann nach Rocky Manier, die Treppen hoch zum Art Museum mit Blick auf die Skyline und die aufgehende Sonne zwischen den Hochhäusern, gefolgt von einem Brunch auf der Moshulu, ein Segelschiff im Hafen neben dem Schifffahrtsmuseum. Anschließend kann man mit der Fähre ans andere Ufer fahren und dort entweder das Aquarium oder das Kriegsschiff besichtigen. Im Hafen vor Anker liegen außerdem die Olympia und ein U-Boot.
Alternativ kann ich einen Spaziergang in Verbindung mit einer kleinen Shopping-Tour von der South Street bis zum Italian Market empfehlen. Ich würde dann mit einem Taxi zum Terminal Market fahren, wo man nach Herzenslust schlemmen kann. Zu Fuß geht’s weiter, vorbei an der City Hall - das obligatorische Foto im Love Park vor dem weltbekannten Schriftzug nicht zu vergessen- und weiter bis zum Franklin Institute. Man sollte sich auf jeden Fall über laufende Ausstellungen informieren und eines der vielen Museen in diesem Stadtteil besuchen.


Mein Geheimtipp: im Halloween-Monat Oktober ein abendlicher Abstecher ins Eastern State Gefängnis, wo einst Al Capone eingesessen hat. Außerdem sollte man unbedingt abends einmal die Benjamin Franklin Bridge überqueren und die letzten Sonnenstrahlen des Tages einfangen. Gleich unterhalb der Brücke kann man danach bei der Penns Landing Bühne ein Konzert besuchen oder noch weiter in einen der vielen Underground Clubs ziehen.


Was in keinem Reiseführer steht:
Pizza isst man mit der Hand.


Hier kaufe ich am liebsten ein:
Während man an der South Street ausgefallene Geschenke finden kann, ist der Terminal Market für seine große Auswahl an frischen und günstigen Produkten bekannt.  Ansonsten lohnt es sich, einen Ausflug in das benachbarte New Jersey oder das Outlet nach Atlantic City, dem Las Vegas der Ostküste, zu machen.


Allen Sportfreaks kann ich empfehlen:
Die Stimmung bei einem Hockey-Spiel der Philadelphia Flyers im Wells Fargo Stadion ist einfach fantastisch!


Das Besondere am Stadtbild ist:
 Philadelphia hat- im Gegensatz zu anderen amerikanischen Städten- geschichtliches Flair und das spürt man, wenn man so manche Querstraße entlang läuft. Die vielen Söhne und Töchter der Stadt blicken immer wieder von Hausdächern und Parks herab. Die roten Backsteinhäuser und die gepflasterten engen Straßen erinnern an so manche europäische Stadt und überhaupt nicht an „XXL Amerika“. Wahrscheinlich sage ich aus diesem Grund „meine Stadt“: Ich komme immer wieder gerne zurück.


Redaktion: Alexander Walzl