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Der Cityroller in Oberhausen

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Jürgen Obkircher zeigt uns in dieser Ausgabe des Cityrollers seine Lieblingsplätze in Oberhausen. Der gebürtige Reischacher verrät uns außerdem, warum die  Ruhrgebietsstadt Schmelztiegel vieler Nationalitäten ist, der Gasometer einen Ausflug wert ist und  was an Tante-Emma-Läden so besonders ist.  



Meine Stadt ist: Oberhausen in Nordrhein-Westfalen (NRW). Wenn ich allerdings nach meinem Wohnort gefragt werde, antworte ich meistens, dass ich im Ruhrgebiet lebe. Die Städte liegen so nah beieinander, dass man gar nicht merkt, wenn man von einer Stadt in die Nächste fährt. Einer guten Freundin gehört ein Haus mit Garten in Oberhausen. Den Grünschnitt wirft sie über den hinteren Gartenzaun nach Essen und ein paar Straßen weiter fängt bereits Bottrop an: Multikultureller geht es (fast) nicht. Nirgendwo sonst leben so viele unterschiedliche Nationalitäten auf so engem Raum zusammen. 


Mein Lieblingsrestaurant: eindeutig „PIWY´S Burger“ in Oberhausen- Sterkrade.

Meiner Meinung nach die beste Burger- und Frittenschmiede weit und breit. Der Laden ist so groß wie ein Wohnzimmer, hat vier Tische und bietet die besten Burger des gesamten Ruhrgebietes. Dazu eine Fritz-Kola und alles ist perfekt. Mein Tipp ist, telefonisch vorzubestellen und persönlich abzuholen.


Hier trinke ich am liebsten einen Aperitif: auf der Promenade am Centro Oberhausen.

Mindestens 15 Lokale reihen sich aneinander… da ist für jede Stimmungslage etwas dabei.


Hier gibt’s den besten Kaffee: In der Sport’s Arena in Reischach, wenn man nach einer

langen Fahrt in die Heimat den ersten guten Latte macchiato trinken kann ;) In

Deutschland gibt es keinen guten Kaffee: Da lasse ich es lieber ganz bleiben.


.... und die besten Snacks für zwischendurch: Da kann und darf man sich nicht festlegen.

Das Ruhrgebiet ist bekannt für seine „Buden“. Vielleicht kann man es unter dem Begriff

Tante-Emma-Laden besser verstehen. Egal wann und wo und vor allem was: „anner

Bude“ treffen sich die Leute und reden. Da kann man Pakete abgeben, Zigaretten

kaufen, einen Snack für zwischendurch holen, seinen Durst stillen oder Zeitung lesen. Wenn kleine Kinder etwas Süßes wollen, geben sie dort ihr Taschengeld für Gummibärchen aus.


Hier kann man gut feiern: In der Turbinenhalle Oberhausen, denn dort finden abwechselnd Konzerte, Partys und Kulturevents statt. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Feiern macht hungrig, deshalb empfehle ich, nachher den Döner von “Yaman” zwischen der Turbinenhalle und dem McDonalds zu probieren: Am Leckersten schmeckt er mit Currysoße!


Mein perfekter Abend: Mit Freunden erst eine Runde Go-Kart fahren bei „JumbO.Kart Oberhausen“, danach einen BBQ Burger bei Piwy’s Burger essen und nachher noch auf der Promenade am Centro Cocktails schlürfen. Im Winter trinke ich auch gerne auf dem Weihnachtsmarkt am Centro ein oder zwei Tassen Glühwein. Den Besten gibt es bei den Jungs auf der Moser Alm: Die kommen übrigens aus Lana und haben dort jedes Jahr für 5 Wochen ihren Stand. Falls man noch Hunger bekommt, haben die auch

Bauerntoast mit echten Vinschgerlen, Speck und guatn Kas ;)


Der Ort, wo ich mich am besten entspannen kann: Das Solbad Vonderort  in Oberhausen ist dafür wie geschaffen. Fünf verschiedene Saunen, ein Solbad, Dampfbad, sowie 

Außen- und Innenschwimmbecken, laden zur Entspannung ein. Danach fühlt man sich

wie neu geboren.


Die totale Touristenfalle: die Skihalle in Bottrop mit der längsten Indoor-Piste

der Welt. Eine Tageskarte bekommt man ab 37€ und zu Weihnachten werden 54€ (inkl. Skiverleih) für 640 Meter Piste fällig. Wer in Südtirol aufgewachsen ist, kann so etwas nur für Abzocke halten: Allen anderen scheint es aber zu gefallen.




Meine liebsten Fortbewegungsmittel in meiner Stadt: das Auto, meine Vespa

Baujahr 1978 oder das Fahrrad. Öffentliche Verkehrsmittel gehen auch, aber das Auto ist

einfach zu praktisch.


Die schönste Zeit im Jahr: eindeutig der Sommer. Im Winter ist es nass und kalt und Schnee gibt es nur sehr selten. Wenn Schnee fällt, dann steht in der Stadt alles still, weil alle Angst haben, schneller als 30 zu fahren. Da kriegt man schon mal den Stinkefinger gezeigt, wenn man „normal“ fährt. Naja, kann ja keiner wissen, dass man praktisch im Schnee geboren wurde: Da heißt es freundlich zurückwinken und weiterfahren…


Über diese sprachlichen Eigenheiten muss man Bescheid wissen: Eigentlich gibt es nichts,

worüber man Bescheid wissen muss. Willkommen ist jeder, und ehe man es sich

versieht, wird man zugetextet: Da spielt Sprache keine Rolle. Egal ob man abends

irgendwo an einem Tresen steht oder an der Bushaltestelle wartet: Das Ruhrgebiet ist

unglaublich kontaktfreudig- auf eine sehr sympathische Art und Weise. Wer keine

Lust auf einen Plausch hat, der sagt das und gut ist. Das nimmt einem hier keiner krumm

und macht das Leben um so viel einfacher. Das Ruhrdeutsch geht nach einem längeren

Aufenthalt auch sehr schnell ins Blut über und „das und was“ ist dann plötzlich „dat und

wat“.


Übernachtungstipps: Bei mir unterm Dach stehen zwei Betten für Landsleute inkl.

Frühstück immer gerne frei. Wer mehr möchte, sollte sich an die großen Hotelketten

halten. Das Ruhrgebiet ist nicht wirklich bekannt für seinen Hoteltourismus!


Hier trifft man auf waschechte Oberhausener: Wahrscheinlich nur „inner Kneipe anner

Ecke“. Je verrauchter, umso eher. An jedem anderen Ort ist das Multikulti-Ruhrgebiet

vertreten und den waschechten Oberhausener gibt es nur selten.


Das perfekte 24-Stunden-Programm in meiner Stadt: morgens Frühstück auf der Promenade am Centro, danach ein kurzer Besuch im SeaLife Oberhausen, das direkt neben dem Centro liegt und über ein großes Hai- und Rochenbecken verfügt. Danach geht es zum Mittagessen in die „Coca-Cola-Oase“ im Centro, gefolgt von einer Schoopingtour, ebenfalls im Centro, am Nachmittag. Abends geht es zuerst zu PIWY´S und danach in die Turbinenhalle- wenn man möchte, auch bis zum nächsten Frühstück, denn eine Sperrstunde gibt es nicht.


Was in keinem Reiseführer steht: Die Innenstadt von Oberhausen ist keinen Besuch

wert, da es dort nur noch 1-€-Läden und keine bekannten Geschäfte mehr gibt- dann

lieber ins Centro. Das ist zwar etwas teurer, aber das Shoppingherz wird gewiss höher schlagen.


Hier kaufe ich am liebsten ein: bei Kaufland. Das ist wie Lidl, Aldi, Netto und Penny

zusammen.


Allen Sportfreaks kann ich empfehlen: Besucht den Klettergarten am Gasometer. Wer

dort den Tag verbringt, weiß abends, was man getan hat.


Das besondere am Stadtbild ist: der Gasometer. Früher mal ein großer Gasspeicher,

heute eine Ausstellungshalle und Aussichtsplattform. Mit dem gläsernen Aufzug kann

man bis auf über 100 Meter fahren und bei schönem Wetter bis zu 35 Kilometer weit

gucken. Es erwartet einen ein toller Blick über das Ruhrgebiet. Umgekehrt ein toller Wegweiser nach Hause, da ich direkt dort wohne ☺



Redaktion: Alexander Walzl