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"Know How in einer giving back-Kultur weitergeben"

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Im Frühjahr 2018 wurde das tba network offiziell vorgestellt. Nun will sich das Netzwerk für ausgewählte Business Angels weiterentwickeln, auch personell. Südstern hat sich mit dem Präsidenten des Netzwerkes, Harald Oberrauch, darüber unterhalten. 


Mehrere Südstern Partner sind Teil des tba networks, das im Frühjahr offiziell vorgestellt wurde. Wie ist das Netzwerk entstanden?

Nun, ich habe im Jahr 2014 die TBA GmbH - Tyrolean Business Angel - in Innsbruck gegründet. Vor einem Jahr ist die TBA von der Online-Plattform derbrutkasten.com als eines der fünf aufstrebenden privaten Netzwerke klassifiziert worden - obwohl es damals ja noch gar kein richtiges Netzwerk gab. Diese Nominierung war aber die Zündung für die Idee, mich breiter aufzustellen und gemeinsam mit den richtigen Partnern mehrere Branchen abzudecken, verschiedene Kompetenzen mit ins Team zu holen und so auch mehrere Märkte zu erreichen. Und so ist das Netzwerk entstanden. 

Eine Vision für das Netzwerk ist, die top Südtiroler Unternehmen zusammen zu führen, den Austausch untereinander zu fördern und das gewonnene Know How in einer "giving back"-Kultur den jungen Menschen zurück zu geben. Grundüberlegung dahinter ist die Frage: "Warum sollen die jungen Leute die gleichen Fehler machen wie wir"?


Das tba network will eine Schnittstelle zwischen Gründern/Startups und Business Angels in der Euregio sein. Wie sieht das Engagement konkret aus?

Das Netzwerk fungiert als Koordinator zwischen Startups und Angel Investoren. Die Hauptaufgabe besteht darin, Ideen zu analysieren und zu bewerten - und falls sie investmentfähig sind - diese dann dem Netzwerk vorzustellen. 

Mittlerweile haben wir ein tolles Netzwerk aufgebaut und wir sind auch gut mit der Freien Universität Bozen und der IDM Südtirol vernetzt. In die Bewertung der Ideen wollen wir auch unser Know How einbringen. Somit ermöglichen wir es unseren Mitgliedern, frei zu entscheiden, mit eigenen Vehikeln und ihrem eigenen Geld in das passende Startup zu investieren.


Wie treffen "Angebot und Nachfrage" in eurem Fall aufeinander? Finden die Startups euch oder findet ihr sie?

Wir sind in ständigem Kontakt mit anderen Netzwerken in der Euregio, also in Norditalien und Österreich, aber auch in Süddeutschland und in der Schweiz. Mit Erlaubnis der Gründer tauschen wir deren Ideen aus. 

Wir haben aber auch Prozesse installiert, über die Institutionen wie die Universität oder IDM Südtirol uns Ideen zuspielen. Andererseits haben wir uns in der kurzen Zeit mit dem Brand TBA auch einen Namen gemacht, sodass die Interessierten auch direkt auf uns zukommen, weil sie uns kennen. Auch aus den Reihen der Mitglieder des Netzwerkes kommen oft Vorschläge, weil auch sie von Gründern kontaktiert werden. 


Das Netzwerk ist im Wachstum. Welche sind eure nächsten Prioritäten?

Was die Mitglieder des Netzwerkes betrifft, so wachsen wir langsam. Denn wir wollen top Unternehmen in dieses Netzwerk bringen und dabei ist es uns auch wichtig, dass wir die CEOs bzw. die Eigentümer der Unternehmen als Mitglieder haben. So sind wir viel schneller in der Entscheidungsfindung. 

Die Struktur betreffend, wollen wir jetzt einen weiteren wichtigen Schritt setzen: Wir halten derzeit Ausschau nach einem CEO, der unser Netzwerk führt. Die vordergründige Aufgabe ist es, die Deals mit den Promotoren zu bewerten. Zudem ist der CEO Anlaufstelle für Mitglieder und Startups. 

Wir bevorzugen natürlich Personen mit Südtiroler Ursprung. Denn wir sind hauptsächlich Mitglieder aus Südtirol. Und die Südtiroler sind stur und durchsetzungsfähig - und verfügen deshalb über Eigenschaften, die gut zu Startups passen :-). 



Die Promotoren des tba networks (v.l.n.r.): Alexander Pichler, Harald Oberrauch, Gert Gremes


Stichwort Südtirol: Ist unser Land Startup-freundlich? Was funktioniert in dieser Richtung gut, wo gibt es Verbesserungspotential?

Ich glaube, dass die Rahmenbedingungen für Startups in Südtirol gut sind. Es gibt z. B. Steuervergünstigungen für innovative Startups - von geopolitischer Seite wurde also viel getan. Das Land ist bereit dafür, den Startups ein tolles Umfeld zu bieten.

Es fehlt aber noch die Kultur des Scheiterns und somit oft auch die Courage der Erfinder und der Investoren, sich zu trauen, ein Startup oder eine Idee weiterzubringen, auch wenn das Risiko groß ist, zu scheitern.


Wie kann man die Kultur des Scheiterns etablieren?

Indem man offen und ehrlich seine Fehler zugibt. Durch dieses Zugeben bewirkt man, dass andere die gleichen Fehler nicht machen. Dadurch kann ich eine offene Scheiterkultur/Fehlerkultur entwickeln. Mir ist klar, dass dies nicht von heute auf morgen geht, sondern ein langwieriger Prozess ist. Aber wenn erst mal einer damit anfängt, dann springen auch andere auf. Und anfangen kann jeder einzelne von uns, z. B. indem man nicht mit dem Finger auf jemanden zeigt, der sein Unternehmen an die Wand gefahren hat, sondern auch Respekt für ihn übrig hat. Schließlich hat er etwas versucht und etwas gewagt.


Was willst du unseren Lesern, den Südsternen und Südstern-Partnern als Präsident des tba networks als Botschaft mitgeben?

Mut zu Neuem. Mut, an Träume zu glauben und die eigenen Träume umzusetzen.


Danke für die deutlichen Worte. 

Danke auch!


Zusatz zum Interview: Die Beschreibung der Stelle als CEO kann hier eingesehen werden; wer zum Netzwerk Kontakt aufnehmen mag, kann das per E-Mail an office@tba.network tun.