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1888 - 2018: kurzer geschichtlicher Werdegang der Athesia

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Der Theologe Aemilian Schöpfer gründet gemeinsam mit christlich sozial gesinnten Männern, darunter Julius Mittermayr, Karl Stuchly und Ignatz Mitterer, 1888 in Brixen das „Katholisch politische Kasino für Brixen und Umgebung“.


Zu Gast bei der Jubiläumsfeier zu 130 Jahren Athesia: Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella


Es ist der junge, erst 30 Jahre alte Prälat Schöpfer, der die Idee einer Zeitung für Brixen lanciert und mit der Herausgabe der „Brixener Chronik“ auch umsetzt.


Weil es nicht einfach ist, die „Brixener Chronik“ wirtschaftlich zu führen, wird 1890 der „Katholisch Politische Preßverein“ gegründet. Der Erfolg stellt sich rasch ein. Nach nur drei Jahren gibt der Verein mit dem „Volksboten“ eine zweite, äußerst erfolgreiche Zeitung heraus, er kauft eine Druckerei an, eröffnet eine Buchhandlung und verlegt erste Bücher. 1899 wird auch in Bozen ein Preßverein gegründet, der unter anderem die Zeitung „Der Tiroler“ herausgibt, Vorgänger der „Dolomiten“. 1907 schließen sich die beiden „Preßvereine“ zur Tyrolia GmbH zusammen, eine der ersten Verlagsanstalten des Kaiserreiches.


Aufgrund der Teilung Tirols nach dem Ersten Weltkrieg wird auch das junge Unternehmen geteilt. Die Leitung des Südtiroler Zweiges im nunmehrigen Königreich Italien wird Kanonikus Michael Gamper übertragen. Er bietet den Diktaturen in Italien und Deutschland die Stirn und widersetzt sich vehement der 1939 durchgeführten Option. Der Druck des faschistischen Regimes wächst von Woche zu Woche und treibt das Unternehmen an den Rand des Ruins. Zweimal in Folge muss der Name auf Druck der faschistischen Regierung geändert werden, zunächst in Walther-von-der-Vogelweide-Verlag, dann in Athesia, die lateinische Bezeichnung der Etsch. Am 9. September 1943, einen Tag nach dem Einmarsch der deutschen Truppen, beschlagnahmen die Nationalsozialisten die Zeitung und lösen das Unternehmen auf.


Nur elf Tage nach Ende des Zweiten Weltkrieges, am 19. Mai 1945, erscheint die erste Ausgabe der „Dolomiten“. Die kleine Redaktion unter der Leitung der Hochwürden Johann Tschurtschenthaler und Rudolph Posch leistet Unglaubliches. Chefredakteur Posch verstirbt aber kurz darauf an den Folgen der Internierung im KZ Dachau, wohin er von den Nationalsozialisten im September 1943 verschleppt worden war. Auch Kanonikus Michael Gamper kehrt aus dem Exil zurück und sorgt dafür, dass die Athesia ihren Betrieb im vollen Umfang aufnehmen kann. 1951 wird der Rechtsanwalt, Kammerabgeordneter Toni Ebner Direktor der Verlagsanstalt und nach dem Tode von Kanonikus Gamper 1956 auch Chefredakteur der „Dolomiten“. Es folgen äußerst schwierige, von Bomben geprägte Jahre. Toni Ebners Blattlinie ist eindeutig: jedwede Form von Gewalt wird abgelehnt und klar verurteilt.


Das politische Klima verändert sich zum Besseren nach dem Inkrafttreten des Zweiten Autonomiestatutes 1972. Nach dem allzu frühen Tod von Toni Ebner 1981 übernimmt Peter Plattner die Leitung des Unternehmens. Athesia stellt sich neuen, vor allem vom technischen Wandel geprägten Herausforderungen und eröffnet erfolgreich neue Geschäftsfelder.


Mitte der 90er Jahre übernehmen zwei Söhne von Toni Ebner, Michl und Toni, leitende Positionen im Unternehmen. Michl Ebner wird 1994 Direktor und Toni wird 1995 die Chefredaktion der „Dolomiten“ übertragen.


Ab 1999 wird das Unternehmen ausgebaut. Athesia übernimmt unter anderem die Druckerei Tyrolia in Innsbruck, die Kalenderverlage Harenberg, Heye und Weingarten in München und die Calendaria AG in Immensee im Kanton Schwyz. Damit erweitert sie ihre Markposition in den traditionellen Geschäftsbereichen (Druck, Verlag, Buchhandel) im deutschen Sprachraum.


Athesia setzt aber auch auf Diversifizierung und somit neue Tätigkeitsfelder wie zum Beispiel im Online-Bereich, im Tourismus mit den Reisebüros Alpina Tour Dolomit und Aveo Tours und den Schnalstaler Gletscherbahnen, im Sektor der erneuerbaren Energien und im ICT-Bereich mit der Brennercom AG.


Heute ist die Athesia die führende Verlagsanstalt in der Region Trentino Südtirol. Sie gibt nicht nur die „Dolomiten“ heraus, sondern nach Übernahme der Verlage SETA und INIT auch die italienischsprachigen Tageszeitungen „Alto Adige“, „Trentino“ und „L’Adige“. Dazu kommen weitere 20 Zeitungen und Zeitschriften und neun Online-Medien.


In all diesen Jahrzehnten ist die Athesia ihrer Linie treu geblieben, fest verwurzelt und verankert. Das Unternehmen besitzt und betreibt aktuell, 2018, 2 Druckereien, 17 Buch- und Papierhandlungen, Reisebüros mit 14 Schaltern, über ein Dutzend Photovoltaik- und Biomasse-Anlagen. Athesia beschäftigt 1.534 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 41 Gesellschaften an 33 Standorten in Südtirol, acht italienischen Regionen sowie in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Der Jahresumsatz der Gruppe beträgt rund 250 Millionen Euro.