Südtirol Jazzfestival Alto Adige 2015

Donnerstag, 18.06.2015

Bodenständig, exklusiv und experimentell: Abseits des Mainstream stellt das Südtirol Jazzfestival die britische Avantgardeszene vor – und kombiniert dabei Musik und Berg. Südstern ist Partner des Südtirol Jazzfestivals und stellt exklusiv 3x2 Karten zur Verfügung. Die Gewinnanleitung erfolgt in der Südstern Newsletter. 



Auch Jazzmusiker klettern – über abschüssige Tonleitern, die durch „schräges“ harmonisches Terrain führen, in einem Rhythmus, bei dem man aus dem Tritt kommt. In Südtirol wagen sich Solisten und Ensembles nicht nur in schwindelerregende musikalische „Höhen“ vor, sondern besteigen, mit ihren Instrumenten im Gepäck, sogar „echte“ Berge und bespielen dabei ein großartiges alpines Landschaftspanorama. Aber auch das Festival beschreitet – selbstbewusst und sich mitunter über zerklüftete Spalten vorantastend – ganz neue Wege. Mainstream? Nein danke! An außergewöhnlichen Orten sucht dieses europäische Musikfest das Unbekannte, das Unerhörte und das Unerwartete – und ist den aktuellen Trends damit eine Schrittlänge voraus.

Exklusivität ist hier eben keine Ausnahme, sondern die Regel: Viele Konzerte sind einmalige Events, die, was die Besetzungen, die Stücke oder die Locations betrifft, nur in Südtirol erlebt werden können. In diesem Jahr schaut das Festival über den englischen Kanal und präsentiert unter dem Motto „UK Sounds“ britischen Avantgardejazz. Die Konzerte dieses thematischen Kerns bilden den „roten Faden“ in einem Programm, das eine ganze Region – von Tirol bis zum Trentino – zum Klingen bringt. Die „Grand Tour“ des Südtirol Jazzfestivals beginnt mit der Eröffnung im Stadttheater Bozen („Fanfare fatale“, 26.06) und endet zehn Tage später mit mehreren Konzerten zu Berg und Tal (05.07).

Ein Land wird zur Bühne. Musiziert wird auf Straßen und Plätzen, in Parks und Schlössern, Konzerthäusern, Hotels und Fabrikhallen. Urbane Räume, Felswände und Almen, kulinarische Highlights und packende Musik verschmelzen dabei zu einem einzigartigen Genuss-Cocktail, der durchaus typisch ist für das Südtirol Jazzfestival – und magische Momente ermöglicht. 

Jazz und Berg – das passt in Südtirol besonders gut zusammen. Im 19. Jahrhundert spielten englische Alpinisten bei der „Eroberung der Berge“ eine herausragende Rolle. Das Jazzfestival erinnert – anlässlich seines Großbritannien-Schwerpunkts – gerne an diese Geschichte. Dabei wandern Musiker und Konzertbesucher durch die Rosengarten-Gruppe (05.07) genießen auf dem Schlern Jazz-Meditationen (04.07) und hören vor der Comici-Hütte in Gröden ein vielstimmiges Klang-Experiment („Singing Rocks“, 28.06). Der Extrembergsteiger Reinhold Messner spricht in Sulden vor einem Konzert über die britische Alpinismusgeschichte (05.07). 

Nachdem der Engländer Edward Kennedy 1855 den Montblanc im Alleingang bestiegen hatte, notierte er in sein Tagebuch „Where there is a Will, there´s a way“. Mit anderen Worten: Wege  gibt es immer. Man muss sie nur finden. Das Südtirol Jazzfestival macht sich – seit Jahren – auf die Suche. Weitere Beispiele für diese Pionierarbeit sind das bunte Musikhappening „London Underground“ in einem Kieswerk bei Brixen (04.07), die Konzerte in den Ausstellungsräumen des Museion – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen („Art Meets Jazz – Keys to the Exhibition“) oder die „Euregio-Tour“ in Innsbruck (02.07) und im zimbrischen Dorf Lusern bei Trient (05.07). Wer wissen will, wie Gegenwartsjazz entsteht, sollte die Creative Labs in der Jazzstation am Bozner Obstmarkt nicht versäumen. Musikerinnen und Musiker gewähren dort einen Blick hinter die Kulissen des Konzertalltags. „Neues hören – mit Fernsicht“:  Selten war dieser Slogan des Südtirol Jazzfestivals zutreffender als in diesem Jahr.

Südstern ist Partner des Südtiroler Jazzfestivals und stellt je 2 Karten für folgende Konzerte zur Verfügung (Gewinnanleitung zur Teilnahme erfolgt exklusiv im Südstern Newsletter):

Eröffnungskonzert

ANDREAS SCHAERER’S „FANFARE FATALE“ 

26.06.2015, 20:30 Uhr, Stadttheater Bozen

Das Südtirol Jazzfestival ist ein Musikfest für „Entdecker“ – und eine Kreativwerkstatt für innovative Musikerinnen und Musiker, die sich in Südtirol treffen und dabei neue Projekte verabreden. Schon der Eröffnungsabend ist dafür ein gutes Beispiel. 2014 lernten sich der Schweizer Vokalartist Andreas Schaerer und die französische Sängerin Leïla Martial beim Südtirol Jazzfestival kennen und planten gemeinsame Auftritte. Die Premiere dieser Kooperation findet jetzt – natürlich – in Bozen statt. Unter dem Motto „Fanfare fatale“ hat Andreas Schaerer ein exklusives Programm entwickelt und dafür ein Oktett zusammengestellt. Eines haben diese Musiker gemeinsam: Eingefahrene Bahnen sind deren Sache nicht. Peter Rom ist Mitbegründer der Jazzwerkstatt Wien. Martin Eberle leitet das Jazzorchester Vorarlberg. Valentin Ceccaldi gehört zur Elite der jungen französischen Szene. Benny Omerzell spielt im Jazzorchester Vorarlberg und in der Avantgardeband „Kompost 3“. Als dritter Vokalist steht an diesem Abend der Rapper Soweto Kinch auf der Bühne. Dazu kommt die aus Brixen stammende und in London lebende Bassistin Ruth Goller. Die acht Musikerinnen und Musiker sind am Eröffnungsabend in wechselnden Kombinationen zu hören, wobei sich alle Beteiligten als Solisten oder mit eigenen Kompositionen einbringen. Hier treffen also unterschiedliche Stilrichtungen aus fünf europäischen Ländern live aufeinander. Ein grenzüberschreitendes Experiment  – und damit durchaus typisch für das Südtirol Jazzfestival.

LONDON UNDERGROUND

04.07.2015, 20:30 Uhr, Beton Eisack Kieswerk, Vahrn (direkt in der Gewerbezone bei der Autobahnausfahrt Vahrn)

Junger Gegenwartsjazz aus der britischen Hauptstadt in einem Kieswerk der Südtiroler Beton Eisack Gruppe – eine etwas merkwürdig und gerade deshalb attraktive Mischung. Wer wissen will, wie der musikalische „Untergrund“ jenseits des englischen Kanals klingt, sollte dieses ungewöhnliche Konzert dann auch auf keinen Fall versäumen. Bands und Solisten der englischen Avantgardeszene spielen an diesem Abend auf mehreren Bühnen in der futuristisch anmutenden Bauschuttrecycling-Anlage. Visuals und Lichteffekte versetzen das Areal noch weiter in eine spektakuläre Underground-Atmosphäre. Die Besetzung ist exzellent: Mit dabei sind der Trompeter Alex Bonney und das Trio Strobes aus dem Londoner Loop-Kollektiv, das Trio Troyka, das Oktett Brass Mask und die Jazz-Funk-Band Melt Yourself Down. Noch dazu werden für das anschließende Clubbing einige Musiker nach den live performances auch noch als DJs aktiv. Hier ist Improvisation angesagt – und der Mut zum Experiment. Übrigens: Es darf getanzt werden.

"Keys to the Exhibition" with Lauren Kinsella - Dan Nicholls

30.06.2015, 18:00 Uhr, Museion 4. Stock 

Ein „schräges“ Konzert mit zwei jungen Musikern aus der britischen Avantgardeszene: Der englische Pianist und Komponist Dan Nicholls trifft hier auf die international mehrfach ausgezeichnet irische Vokalartistin Lauren Kinsella. Das Duo konstruiert akustische und elektronische Soundlandschaften, in denen Klang und Gesang eine originelle Liaison eingehen. Mit einer ausgefeilten Technik, einer ad hoc entwickelten Kunstsprache und poetischen Texten erweitert Kinsella ihre Stimme zum Instrument, die mit dem Klavier in einen intensiv ausgestalteten Dialog tritt. Dan Nicholls aus dem Loop-Kollektiv studierte westafrikanische und klassische indische Musik und war als Komponist in den Bereichen Film, Animation und Tanz tätig. Noch einmal: Ein „schräges“ Konzert – mit hohem Unterhaltungswert.


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