Jahrestreffen des Planeten Medizin: Warum Südtirol ein Ärztemangel droht

Samstag, 10.11.2012

Das Südtiroler Gesundheitssystem ist italienweit eines der besten. Im Vergleich zum deutschsprachigen Ausland weist es aber deutliche Lücken auf. Wo die Lücken liegen und was gegen die Flucht von Fachkräften ins Ausland getan werden könnte sind einige der Fragen, die von den Südstern-Medizinern beim  zweiten Jahrestreffen in Waidbruck diskutiert wurden.

 

WAIDBRUCK. Angereist sind sie etwa aus Paris, Padova, Salzburg und St. Gallen. Einmal im Jahr treffen sich die Mediziner unter den Südsternen zum Jahrestreffen in Südtirol, um Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für gemeinsame Projekte zu sammeln. Aktuell zählt der Planet Medizin 117 Mitglieder. Am vergangenen Samstag kamen knapp zwanzig Südsterne aus dem Gesundheitswesen und der medizinischen Forschung in Waidbruck zusammen.

Das Südtiroler Gesundheitssystem und der sich anbahnende Ärztemangel waren einige der Themen, die von den Medizin-Planetariern diskutiert wurden. „Vor allem das Anforderungskriterium der Zweisprachigkeit und das fehlende Mitentscheidungsrecht des Chefarztes in Personalfragen wirken abschreckend auf manche Kollegen“, stellt Günther Birbamer, Moderator des Planeten Medizin, fest. Das Anliegen der Mediziner im Netzwerk der Südtiroler im Ausland ist es, als Kompetenznetz mit Verantwortlichen des Südtiroler Gesundheitswesens künftig noch stärker zusammenzuarbeiten und somit neue Blickwinkel einzubringen sowie Best-Practice-Beispiele aus anderen europäischen Ländern aufzuzeigen. Darüber hinaus wird ein Symposium in Südtirol angedacht, um den Austausch zwischen Ärzten in Südtirol und im Ausland zu fördern.

Planetenchef Günther Birbamer

 

Auch der Mediziner-Nachwuchs soll in Zukunft stärker in den Fokus des Planeten Medizin gerückt werden. Die Moderatoren des Planeten Medizin, darunter Günther Birbamer, Miriam Erlacher und Martin Olivieri, hoffen auf einen Zuwachs von Medizin-Studenten im Campus-Programm von Südstern, das bislang von Wirtschaftsstudenten dominiert wird. Um die Ziele und Ideen des Planeten Medizin voranzutreiben, wollen die Planetarier auch nach dem Treffen in regem Kontakt bleiben.

Den ideen- und diskussionsreichen Nachmittag ließen die Südstern-Mediziner bei einem gemütlichen Törggele-Abend in Villanders ausklingen.

 

Text: Alexandra Hawlin

Fotos: Martin Olivieri

 

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