Hybrides Modell: Auch das ist die Arbeit der Zukunft

Dienstag, 01.08.2023
Alles fließt – das beschreibt die Entwicklung von Arbeitsplätzen im Moment sehr gut. Für Unternehmen bedeutet das: Flexible Lösungen punkten. Ein Modell? Zwei Führungskräfte teilen sich die Position – so wie Jennifer Wurm und Susanne Hutter-Ennemoser bei Südstern-Partner Swarovski. Hier geben sie einen Einblick in ihr hybrides Arbeitsteilungsmodell.

 

 

Was habt ihr in euren alten Positionen bei Swarovski gemacht? 

Wir leiteten Teams innerhalb der Supply Chain Management (SCM) B2B Organisation, mit dem Ziel, pünktliche und vollständige Lieferungen an unsere globalen Kunden sicherzustellen. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus dem Supply Chain Team, dem Marketing, dem Vertrieb und verschiedenen anderen Beteiligten, haben wir diese Prozesse und Abläufe kontinuierlich verbessert, um eine hervorragende B2B-Auftragsabwicklung zu garantieren. 

 

Was tut ihr in eurer derzeitigen Position bei Swarovski? 

Wir sind für die gesamte Logistik in Wattens verantwortlich. Dies umfasst die Intralogistik, also den physischen Warenfluss innerhalb des Werks, die Versorgung von Produktionsbereichen mit Komponenten aus unserem vollautomatischen Hochregallager sowie die weltweite Distribution von B2B-Komponenten an unsere Kunden, einschließlich der Rechnungsstellung, der Zollabfertigung und anderer administrativer Aufgaben. Wir leiten ein Team von 85 Personen, das wiederum in 4 Teams gegliedert ist, die vollständig in die Welt von One Swarovski integriert sind. 

 

Wie funktioniert euer Jobsharing? 

Bisher – ziemlich erfolgreich! Wir sind beide Mütter, die in Teilzeit arbeiten und decken gemeinsam die volle Arbeitszeit ab. Wir haben das sogenannte hybride Arbeitsteilungsmodell etabliert. Organisatorische Aufgaben, zum Beispiel im Bereich HR oder Budget, werden von uns beiden bearbeitet, wobei wir in Bezug auf die einzelnen fachlichen Bereiche getrennte Zuständigkeiten haben, eine ist verantwortlich für Versand, Verwaltung und Anlagen, die andere für Lager, Intralogistik und Logistik-Services. Dieses hybride Modell war für uns die richtige Entscheidung, da es für unsere Teamleiter wichtig ist, nur einer Person Bericht zu erstatten. Die Teams können täglich Herausforderungen und allgemeine Themen besprechen, da wir beide gleichermaßen für HR- und Budgetthemen zuständig sind. 

Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass man auch gemeinsame Zeit zusammen in einem Büro braucht, weil dann die Kommunikation und der Austausch reibungsloser funktionieren. Damit diese Aufteilung erfolgreich ist, benötigt man gute Kommunikationsfähigkeiten, und Flexibilität ist sehr wichtig – was die Arbeitszeiten und die täglichen operativen Aufgaben betrifft. Weitere Vorteile der Rollenaufteilung sind die intensive Beteiligung und Befähigung des Teams, da wir nicht 100 Prozent der Zeit bei ihnen sind. So treffen wir auch qualitativ sehr hochwertige Entscheidungen, da jede Entscheidung bereits von jemandem in Frage gestellt wurde. 

 

Ein Vorteil?

Aus persönlicher Sicht bedeutet geteilte Führung auch geteilte Sorgen und Bedenken – was sich für uns als Führungskräfte in der psychischen Gesundheit sehr auszahlt. Wir sind davon überzeugt, dass es sich gelohnt hat, etwas ganz Neues auszuprobieren und dass Jobsharing wirklich funktioniert. In den letzten 6 Monaten haben wir viel positives Feedback bekommen und es fühlt sich großartig an, eine Vorbildfunktion für andere Abteilungen zu haben. 

 

Wie ist das ganze Konzept des Jobsharing entstanden? 

Wir haben während unseres HR-Meetings erwähnt, dass wir nach der Rückkehr aus der Elternpause sehr gerne eine gemeinsame Führungsposition annehmen würden. Wir haben in verschiedenen Rollen angefangen, aber 2021 ergab sich die Möglichkeit, sich gemeinsam auf eine Führungsposition zu bewerben. Als unser Vorgänger das Unternehmen verließ, wurde die Position des Leiters Logistik Wattens frei, und mit unserem Führungshintergrund im SCM und unserem Ehrgeiz wollten wir diese großartige Gelegenheit unbedingt nutzen. Dieser Ehrgeiz wurde von unseren Vorgesetzten und der Personalabteilung voll unterstützt. 

Wir haben eine Fallstudie vorbereitet, einschließlich einer SWOT-Analyse zu „Gemeinsame Führung“, da wir alle erwartbaren und vermuteten Herausforderungen und Chancen dieses Versuches vollständig transparent machen wollten. Danach wurde eine mutige Entscheidung getroffen, und wir übernahmen die erste gemeinsame Führungsposition bei Swarovski. 

 

Was bedeutet Karriere für euch? 

Neue Möglichkeiten zu entdecken, zu erforschen und zu ergreifen. Die Freiheit, die eigene Meinung offen und ehrlich zu äußern und neue Wege gehen zu dürfen. Wir möchten all unseren ambitionierten Kolleginnen und Kollegen einen Rat geben – fühlt euch befähigt, neue Arbeitsweisen zukunftsorientiert voranzutreiben! 

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