Im Gespräch mit Eugen Psaier: Energie, die verbindet

Dienstag, 30.06.2026
Energie ist längst mehr als nur Versorgung – sie ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor für Unternehmen und ein entscheidender Hebel für wirtschaftliche Stabilität. Kaum jemand kennt die Dynamiken dieses Marktes so gut wie Eugen Psaier, CEO von psaier.energies. Im Gespräch gibt er Einblicke in seinen unternehmerischen Weg, erklärt, warum Energie heute strategisch gedacht werden muss, und zeigt auf, wie sich der Markt zwischen Energiewende, Digitalisierung und geopolitischen Veränderungen neu ordnet. Ein Interview über Verantwortung, Innovation und die Zukunft der Energieversorgung.

 

CEO eines Energieunternehmens in Südtirol – wie landet man da?
Mein Weg war kein klassischer Konzernpfad, sondern stark unternehmerisch geprägt. Früh habe ich begonnen, mich mit Energieprojekten, Infrastruktur und regulatorischen Themen zu beschäftigen. Daraus ist Schritt für Schritt eine Unternehmensgruppe entstanden, die heute in den Bereichen erneuerbare Energien, Engineering, Energiedienstleistungen, Energiehandel sowie technischer und regulatorischer Beratung tätig ist.

Südtirol war dafür ein guter Ausgangspunkt – hier treffen technisches Verständnis, Unternehmertum und ein hoher Anspruch an Energieeffizienz aufeinander. Gleichzeitig war von Beginn an klar: Energie endet nicht lokal. Heute sind wir daher in Italien und zunehmend auch international aktiv.

 

Was hat dich an der Energiebranche fasziniert?
Es war kein plötzlicher Einstieg, sondern ein langsames Hineinwachsen. Die Energiebranche verbindet Technik, Wirtschaft, Infrastruktur und Regulierung auf einzigartige Weise.

Besonders spannend finde ich, dass Energie immer realwirtschaftlich wirkt: Wenn ein Projekt umgesetzt ist, entsteht tatsächlich Strom, Versorgungssicherheit oder Kosteneffizienz. Gleichzeitig ist die Branche extrem dynamisch – neue Technologien, Speicher, Digitalisierung und geopolitische Entwicklungen verändern sie laufend.

 

psaier.energies arbeitet mit Unternehmen – was bedeutet das konkret?
Wir sind dort aktiv, wo Energie strategisch wird. Für Industrie- und Großkunden ist Energie ein zentraler Kosten- und Wettbewerbsfaktor.

Wir unterstützen dabei, Energie effizienter zu beschaffen, eigene Anlagen umzusetzen, Speicherlösungen zu integrieren, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und die Energieversorgung langfristig strategisch aufzubauen – von Photovoltaik über Batteriespeicher bis hin zu Energiehandel und Lastmanagement.

 

Wenn du psaier.energies in einem Satz beschreiben müsstest?
psaier.energies verbindet Energieproduktion, Infrastruktur, Digitalisierung und Marktkompetenz zu integrierten Lösungen für Unternehmen.

 

Merkt die Gesellschaft etwas davon?
Ja, indirekt schon. Wenn Unternehmen ihre Energiekosten besser steuern können, stärkt das Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft. Gleichzeitig entstehen neue Energieanlagen und Infrastruktur.

Viele Entwicklungen, die öffentlich diskutiert werden – Versorgungssicherheit, Netzausbau oder Speicherlösungen – entstehen durch konkrete Projekte im Hintergrund.

 

Was beschäftigt dich im Energiemarkt aktuell am meisten?
Vor allem die Geschwindigkeit der Veränderungen. Geopolitik, Regulierung, Netzengpässe, Speichertechnologien und Kapitalmärkte greifen heute gleichzeitig ineinander.

Die größte Herausforderung ist, unter Unsicherheit dennoch langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen.

 

Euer Markt ist europäisch – wo endet euer Spielfeld?
Energiemärkte sind heute nicht mehr national begrenzt. Strompreise, Handel und Regulierung sind europäisch geprägt.

Unser Fokus liegt auf Italien, insbesondere auf erneuerbaren Energien, Speicherlösungen und industriellen Energiekonzepten. Gleichzeitig denken wir klar in europäischen Zusammenhängen.

 

Was unterscheidet euch von anderen – und was lernt ihr von ihnen?
Unsere Stärke liegt in der Verbindung verschiedener Bereiche: Entwicklung, Technik, Finanzierung, Umsetzung und Marktintegration.

Von anderen Marktteilnehmern lernen wir vor allem Geschwindigkeit, Spezialisierung und neue Perspektiven – in einer Branche, die sich ständig verändert.

 

 

Wie sieht die Energieversorgung von Unternehmen in zehn Jahren aus?
Deutlich dezentraler, digitaler und flexibler. Unternehmen werden mehr selbst produzieren, speichern und ihren Verbrauch intelligent steuern.

Batteriespeicher, KI-gestützte Optimierung und flexible Strommodelle werden Standard sein. Gleichzeitig wird Netzstabilität noch wichtiger.

 

Welche Rolle spielt psaier.energies dabei?
Wir sehen uns als integrierten Energiepartner, der Produktion, Speicher, Handel, Digitalisierung und Infrastruktur verbindet.

Wie versteht ihr Nachhaltigkeit?
Nicht als Schlagwort, sondern als konkrete Umsetzung. Entscheidend ist, dass Projekte technisch funktionieren, wirtschaftlich tragfähig sind und langfristig stabile Energie liefern.

Dazu gehören erneuerbare Energien, Speicherlösungen, Effizienzsteigerung und intelligente Steuerung von Energieflüssen.

 

Was war deine mutigste Entscheidung?
Der Aufbau eines integrierten Geschäftsmodells in einem stark fragmentierten Markt. Viele Unternehmen sind nur in einzelnen Bereichen aktiv – wir haben bewusst mehrere Bereiche zusammengeführt. Das war komplexer, ermöglicht heute aber mehr strategische Tiefe.

 

Wie triffst du Entscheidungen bei Unsicherheit?
Ich arbeite mit Szenarien, Risiken und klaren Handlungsspielräumen. Vollständige Informationen gibt es selten – wichtig ist, trotzdem konsequent zu entscheiden. Nicht zu entscheiden ist oft das größere Risiko.

 

Was würdest du jungen Menschen für die Energiebranche raten?
Die Branche bietet enorme Chancen. Wichtig sind technisches Verständnis, ein Blick für regulatorische Zusammenhänge sowie Offenheit für Digitalisierung und internationale Entwicklungen.

 

Was hat dich besonders geprägt?
Vor allem die Erkenntnis, wie stark Energie mit wirtschaftlicher Stabilität verbunden ist. Spätestens die Energiekrise hat gezeigt, dass Energie nicht nur Infrastruktur ist, sondern Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Stabilität direkt beeinflusst.

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