Wie kann man Innovationen ausprobieren, ohne den operativen Bereich zu beeinträchtigen?
Wir testen neue Technologien meistens in einem zeitlich oder örtlich begrenzten Rahmen, zum Beispiel für zwei oder drei Monate, und starten mit einem einzelnen Anwendungsfall. Oft arbeiten wir in einem physisch abgetrennten Bereich parallel zum regulären Betrieb, etwa bei autonomen Fahrzeugen oder neuen Kamerasystemen.
Was sind konkrete Beispiele für Innovationen am Flughafen?
Innovation ist hier extrem vielfältig. Der Flughafen managt alles, was auf unserer Fläche ist selbst, also auch Werbung, Parkhäuser, Abfertigung, Logistik, den Cargo-Bereich. Die Themen reichen von Bau über Logistik, Gebäude bis hin zu den Terminal-Operations. Innovation passiert sowohl im Software- als auch im Hardware- Bereich. Es gibt Tools, die den Arbeitsalltag der Mitarbeiter erleichtern, KI-Anwendungen im Förderwesen, autonome Rollstühle im Terminal oder autonome Markierungsroboter auf dem Vorfeld, die Linien markieren, um nur ein paar Beispiele zu machen.
Innovation heißt auch scheitern. Wie gehst du damit um, wenn aus etwas, das dich zunächst überzeugt hat, nichts wird?
Ich glaube, das Wichtige an Innovation ist, Dinge schnell auszuprobieren, schnell Erfahrungswerte zu sammeln und zu schauen, ob etwas funktioniert oder nicht. Wenn etwas scheitert, ist es sowohl bei Innovation als auch privat wichtig, einen Lerneffekt daraus zu ziehen. Wenn wir beispielsweise ein neues Wegfindungs-Tool oder einen Chatbot im Terminal testen und es von Passagieren nicht so stark genutzt wird, wie vielleicht erwartet, lernen wir trotzdem etwas über das Besucher- und Passagierverhalten.
Gibt es Technologien oder Innovationen in eurem Bereich, die man noch vor wenigen Jahren als Science-Fiction abgetan hätte?
Autonome Fahrzeuge, die heute ganz selbstverständlich im Terminal oder in der Frachthalle eingesetzt werden, wie autonome Reinigungsroboter oder Kleinpaket-Transporter. Oder Drohnen, die PV-Anlagen, Asphaltflächen und Fassaden zur Inspektion überfliegen. Regulatorisch gibt es noch einige Barrieren für autonome Mobilität, und für Flughäfen gelten zurecht zusätzliche Sicherheitsanforderungen. Was wir aber bereits jetzt tun können, ist uns so gut wie möglich darauf vorzubereiten, die Anbieter und Technologien kennenzulernen und auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Was wird bald völlig normal sein, was wir uns jetzt vielleicht noch nicht vorstellen können?
Humanoide Roboter sind ein großes Thema. Gerade bei körperlich anstrengenden Arbeiten wie im Gepäckbereich ist es eine Herausforderung, Mitarbeitende langfristig zu gewinnen und zu halten. Ich glaube, dass humanoide Roboter hier in Zukunft unterstützen und Menschen bei körperlich belastenden Aufgaben entlasten werden.